Urheberrecht kindgerecht

Das Hamburger Abendblatt hat in den Kindernachrichten sehr nett umschrieben, wie das Urheberrecht funktioniert. Kinder seid kreativ und habt den Traum, dass ihr damit reich und berühmt werden könnt!

Das mit dem berühmt könnte vielleicht hinhauen – aber reich wirst du vielleicht nicht. Weil alle deinen mördermäßigen Song, deinen krassen Film oder das Hammerteil von einem Buch einfach runterladen und keinen Cent dafür abdrücken.

Super, jetzt wird der Hammer ausgepackt. Wer sich „Geistiges Eigentum“, d.h. die Ideen und die Arbeit, die andere sich gemacht haben, einfach aus dem Internet „zieht“, ist ein Krimineller, weil er gegen das Urheberrecht verstößt. Einfach, verständlich und jeder, der kreativ tätig ist, muss sich angesprochen fühlen. Schöne, einfache Kinderwelt.

Ein bißchen Geschichte gibt es auch noch:

So lange gibt es dieses Recht am „geistigen Eigentum“ noch gar nicht. In der Antike war es zum Beispiel völlig in Ordnung, ein Buch einfach abzuschreiben, aber der Diebstahl eines Buches war ein Verbrechen. Mit der Erfindung des Buchdrucks (um 1440) wurde es einfacher, Kopien eines herzustellen. Dem Autor stand immer noch kein „Urheberrecht“ zur Seite.
Erstmals wurde im 18. Jahrhundert über die Rechte an geistigen Leistungen nachgedacht. Am 6. September 1952 wurde in Genf das Welturheberrechtsabkommen beschlossen.

Unser heutiges Urheberrecht wurde am 09.09.1965 verkündet, d.h. es wurde rechtsgültig. Seitdem wurde es regelmäßig angepaßt an die neuen Bedürfnisse, die durch technische Entwicklungen entstanden sind. Die letzte große Änderung trat zum 01.01.2008 in Kraft, liebe Kinder, um die notwendigen Bedingungen für das Urheberrecht im Internet zu schaffen.
Damit sind nicht alle einverstanden. Besonders Verlage behaupten, dass dadurch die Urheber verarmen, weil Bibliotheken und Wissenschaftler zu viele Rechte erhalten hätten. Auch Bibliotheken und Wissenschaftler sind unglücklich mit diesem Kompromiss, der gefunden worden ist. Sie sagen, das Urheberrecht sei wissenschaftsfeindlich, weil es den Zugang zu Informationen erschwert. Daher hoffen nun alle auf eine weitere Anpassung des Urheberrechts.

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